Warum das Salsa Fargo für uns das beste Reiserad ist

Das beste Reiserad ist nicht automatisch das leichteste oder das mit den meisten Gängen. Für uns ist es das Rad, mit dem wir auf langen Strecken, mit Gepäck und auf wechselndem Untergrund am liebsten unterwegs sind – und das wir für unterschiedliche Abenteuer passend aufbauen können. Genau deshalb ist das Salsa Fargo als Reiserad in seiner klassischen 29-Zoll-Version für uns die beste Wahl: ein Stahlrahmen, ein Dropbar-Mountainbike und viel Platz für breite Reifen.

 

steel ist real und carbon won’t bring you home

Hier geht es um das 29er, nicht um das neue Fargo 32. (Das muss ich bei der nächsten Gelegenheit aber mal testen 😉 )

Warum Stahl für uns wichtig war

Der Stahlrahmen war einer der entscheidenden Gründe für das Fargo. Nicht, weil Stahl unverwüstlich wäre. Auch ein Stahlrahmen kann beschädigt werden. Aber wenn auf einer langen Reise tatsächlich ein Rahmenrohr aufreißt, lässt sich Stahl grundsätzlich eher unterwegs schweißen als Carbon oder Aluminium. Das ist keine Reparatur, die überall und ohne Prüfung möglich ist – aber es gibt uns ein gutes Gefühl, mit einem Material unterwegs zu sein, für das sich im Notfall eher eine Werkstattlösung finden lässt.

Meistens bleibt das ein theoretisches Problem. Uns ist im Urlaub allerdings tatsächlich schon einmal ein Rahmen gerissen. Gar nicht auf einer großen Bikepacking-Tour, sondern auf Sardinien. Zum Glück konnte ein Stahlbauer vor Ort den Rahmen wieder zusammenschweißen. Schön war das nicht, aber die Reparatur hielt noch eine ganze Weile. Das ist allerdings eine andere Geschichte, die noch erzählt werden will.Nahaufnahme des geschweißten und abgeschliffenen Bereichs an einem gelben Fahrradrahmen nach einem Rahmenbruch.

Wir wollten ein Rad, das wir nicht nur nach Gewicht und Effizienz auswählen, sondern auch danach, wie gut es sich auf lange, unvorhersehbare Tage einstellen lässt.

Ein Dropbar-Mountainbike mit 29-Zoll-Rädern

Das Fargo ist kein gewöhnliches Gravelbike mit etwas mehr Reifenfreiheit. Es ist ein Mountainbike mit Rennlenker – ein Dropbar-MTB. Die breiten, nach außen ausgestellten Lenkerenden bieten mehrere Griffpositionen und ordentlich Kontrolle auf Schotter, Waldwegen und ruppigen Passagen. Auf längeren Strecken ist der Positionswechsel angenehm; wenn es technisch wird, bleibt das Rad trotzdem ein richtiges Geländerad.

Die 29-Zoll-Laufräder rollen gut über Unebenheiten und passen zu dem Einsatzzweck, für den wir das Rad gewählt haben: lange Strecken, wechselnder Untergrund und Gepäck. Salsa hat das Fargo schon früh als Mischung aus Dropbar-Mountainbike und Reiserad positioniert. Auch ältere Tests beschreiben genau diese Vielseitigkeit – vom Trail bis zur mehrtägigen Tour. Cycling UKs Test des Fargo 2 und der Langzeittest von Singletrack World zeigen, wie eigenständig dieses Konzept schon vor vielen Jahren war.

Seit ich die ersten Berichte über das Fargo gelesen hatte, wollte ich eines haben. Einen richtigen Grund gab es lange nicht. Erst für unsere Bikepacking-Reise mit den Kindern nach Costa Rica wurde klar: Dafür brauchen wir etwas fürs Gröbere. Also kauften wir uns beide ein gebrauchtes Fargo bei Kleinanzeigen – Simone in Größe S, ich in Größe L.

Viel Reifenfreiheit und ein Rad, das sich verändern lässt

Was uns am Fargo besonders gefällt, ist seine Wandelbarkeit. Je nach Reifen und Aufbau kann es sich fast wie ein schnelles Tourenrad oder wie ein starres Mountainbike anfühlen. Welche Reifenbreite möglich ist, hängt beim Fargo von Modelljahr, Rahmengröße und Gabel ab. Wir fahren aktuell 2,25 Zoll. Das eröffnet viel Spielraum: schmaler und schneller für lange Strecken oder voluminöser, wenn Komfort, Grip und Reserven auf schlechtem Untergrund wichtiger sind.

Auch bei Gepäck und Ausstattung bleibt das Fargo flexibel. Es lässt sich für eine lange Tour mit Zelt und Taschen aufbauen und später wieder für eine leichtere Runde umrüsten. Das passt zu unserem Alltag: Mal steht eine sportliche Ausfahrt an, mal eine Reise mit viel Ausrüstung – und manchmal braucht es schlicht ein Rad, das nicht schon beim ersten groben Weg an seine Grenze kommt.

Die Freigaben sind allerdings abhängig von Baujahr, Rahmengröße und Gabel. Salsa nennt zum Beispiel für das 2011er Modell maximal 29 × 2,4 Zoll; bei späteren Generationen kann die zulässige Reifenbreite anders ausfallen. Deshalb gilt immer die Freigabe des konkreten Rahmens und der Gabel. Salsas Archivseite zum 2011er Fargo und die Daten des 2016er Fargo X7 machen diese Unterschiede sichtbar.

Wir haben uns tatsächlich auf 2,25 Zoll eingependelt. Für ein Gravelbike sind das ziemlich breite Reifen; auf einem Hardtail-Mountainbike wirken sie dagegen ganz normal. Momentan setzen wir auf die Vittoria Mezcal (Werbung / Affiliate-Link). Der Vittoria Mezcal wird auch bei vielen Ultradistanzfahrten eingesetzt. Wir sind damit sehr zufrieden und sehen deshalb keinen Grund zu wechseln.

Mit den breiten Reifen und der eher aufrechten Sitzposition fühlt sich das Fargo weniger nach Rennrad und mehr nach Reiserad an. Auf schlechten Wegen bügeln wir damit vieles einfach weg. Eine echte eierlegende Wollmilchsau ist es zwar nicht, aber für unsere Touren sind wir damit sehr vielseitig unterwegs. Simones kleiner Rahmen sieht dabei fast ein bisschen nach Monstertruck aus.

Seitliche Ansicht eines schwarzen Salsa Fargo mit Rahmentasche, Lenkertasche, Gabeltaschen und Gepäckträger.
das Fargo im „Race“ Modus für das Super-Grevet

Stabilität, wenn das Gepäck mitfährt

Ein weiterer Punkt war für uns die hohe zulässige Gesamtmasse. Beim Bikepacking zählt nicht nur, wie sich ein Rad ohne Gepäck fährt. Zelt, Schlafsachen, Kleidung, Werkzeug und Verpflegung machen aus einer leichten Feierabendrunde schnell ein ordentlich beladenes Rad. Für unser Fargo war deshalb wichtig, dass es für solche Einsätze ausgelegt ist und die Last auf langen Strecken ruhig trägt, vor allem im klassischen Reisemodus und mit den Kindern. Auf etwa 90 % unserer Touren fährt ein Kind bei mir auf dem Shotgun-Sitz mit.

Die zulässige Gesamtmasse ist nicht mit der erlaubten Last eines Gepäckträgers oder einzelner Taschen gleichzusetzen. Sie umfasst das gesamte System; außerdem gelten die jeweiligen Grenzen von Trägern, Laufrädern und Anbauteilen. Vor einer Tour lohnt sich deshalb ein Blick in die Unterlagen genau des eigenen Modelljahrs. Als Heavyweight Family Bikepacker achten wir besonders darauf, die zulässige Gesamtmasse und die Belastungsgrenzen aller Komponenten einzuhalten.

Mit Gepäck beladenes Salsa Fargo mit Kinderanhänger fährt über einen breiten Strand in Costa Rica.
für alles gewappnet – voll Beladen mit Gepräck und Sohnemann auf dem Rad und Sohnemann im Hänger auf Sand am Strand in Costa Rica

Warum das Salsa Fargo als Reiserad für uns am besten passt

Bei der Vorbereitung auf das Super-Grevet Mailand–München – 800 Kilometer und rund 14.000 Höhenmeter – war das Fargo mit Dropbar und Zeltsetup für mich eine naheliegende Wahl. Die Vorstellung, mit einem robusten Stahl-Mountainbike und kompletter Übernachtungsausrüstung loszufahren, passte besser zu meinem Vorhaben als ein leichtes, spezialisiertes Rennrad. Auf so einer Strecke ist Vielseitigkeit kein theoretisches Merkmal: Man braucht unterschiedliche Griffpositionen, Reifen, die schlechte Wege verzeihen, und ein Rad, an dem sich die Ausrüstung sinnvoll befestigen lässt. Und für mich gehört Zelten einfach dazu. Meine Mitfahrer waren überwiegend auf Gravelrennern unterwegs und übernachteten im Hotel.

Auch unsere Familienreisen mit zwei Kindern und Anhängern haben unseren Blick auf Fahrräder geprägt. Bei solchen Reisen merkt man schnell, dass sich Anforderungen ständig ändern: mal geht es um Gepäck, mal um wechselnden Untergrund, mal um unkomplizierte Pausen und das Weiterkommen mit allem, was die Familie braucht. Das Fargo ist für uns deshalb kein reines Eventrad. Es ist eine Plattform, die wir je nach Tour anders aufbauen können.

Zwei voll beladene Fahrräder mit Kinderanhängern am Straßenrand in Costa Rica; Familie macht eine Pause.
das fahrende Volk unterwegs

Unser Fazit: ein Reiserad, das zu uns passt

Für uns liegt die Stärke des Fargo darin, dass es sich nicht auf eine einzige Art von Reise festlegt. Der Stahlrahmen gibt uns Vertrauen und lässt sich im Notfall eher reparieren als viele andere Materialien. Als Dropbar-MTB verbindet es mehrere Griffpositionen mit echter Geländetauglichkeit. Die modellabhängige Reifenfreiheit und die hohe freigegebene Gesamtmasse geben uns Reserven, wenn der Untergrund schwierig wird oder viel Gepäck mitmuss. Und weil sich das Rad so vielseitig aufbauen lässt, können wir es auf unsere jeweilige Tour abstimmen.

Bei der Wahl eines Reiserads ging es uns genau darum: ein robustes Rad für lange Strecken und große Vorhaben, das sich auch für andere Abenteuer nicht falsch anfühlt. Das klassische Salsa Fargo in 29 Zoll erfüllt diese Anforderungen für uns besser als jedes andere Rad, das wir bisher dafür in Betracht gezogen haben. Deshalb ist es für uns das beste Reiserad.

Quellen und technische Hinweise

Hinweis: Reifengröße, Gesamtgewicht und Komponentenfreigaben unterscheiden sich zwischen den Modelljahren und Rahmengrößen. Maßgeblich sind die Unterlagen des jeweiligen Bikes und die Belastungsgrenzen aller verbauten Teile.