Vorab: Hier geht es zu Teil I und hier zu Teil II.

War das jetzt ein anstrengender Radurlaub, ein Solo-Trainingslager mit der Brechstange oder ein knallhartes Ultra-bikepacking-Rennen für mich? Irgendwie so eine Mischung aus allem.
Jetzt mit etwas Abstand schaut man vielleicht auch etwas anders auf das Event. Prinzipiell ist es eine coole Nummer. Die zweite Hälfte ist wirklich schön und gut zu fahren, das entschädigt schon für die steilen Trails am Anfang. Ich hab meinen Frieden mit dem Track gemacht, kann aber gut nachvollziehen, dass einige abgebrochen haben. Das Wort Grevent klingt halt erstmal nach Gravel und Brevet, also für eine schnelle Schotter Distanz Fahrt. Vielleicht lag es auch an mir, dem Bike und dem Gepäck, dass ich zu Beginn viel geschoben habe, aber anscheinend war es für einige andere dann doch auch zu trailig, so dass sie abgebrochen oder ihr eigenes Ding gemacht haben.

Nach dem Rennen ist vor dem Rennen, das ist klar. Und da fragt man sich natürlich, was man anders oder besser hätte machen können.
Für mich macht den Reiz des bikepackings aus, dass es Abenteuer und Radfahren verbindet. Eine Reine Tour von Hotel zu Hotel ist glaube ich nicht so mein Ding. Ich schlaf halt gerne im Zelt, das gehört für mich irgendwie dazu, auch wenn ich jetzt nur 50% der Nächte im Zelt geschlafen hatte. Aber wie gesagt, mein Setup wäre so auch für 5 Wochen und mehr gegangen. Ich hatte ja eigentlich alles dabei. Im Vorfeld hatte ich sogar noch überlegt einen Kocher und so mitzunehmen, aber das hätte dann noch mehr Zeit gekostet…
Apropros Zeit gekostet, mit meiner reinen Bewegungszeit bin ich eigentlich ganz zufrieden, was wirklich reinhaut ist die Standzeit. Zeltplatz suche, Aufbau, Isomatte aufpusten, irgendwie waschen, nächsten Tag alles wieder einpacken… Das kostet schon gut Zeit. Aber dazu kommt noch viel mehr Standzeit – Einkaufen, Pause machen, Essen.
Ich bin keine Nacht durchgefahren (das sollte ich vielleicht vorab mal unabhängig von einem Event ausprobieren), aber ich bin definitiv auch nicht der Typ der mehrere Nächte durchfährt. Ich kann mit wenig Schlaf normalerweise nicht gut umgehen. Aber die Standzeiten die sonst so entstehen, die kann man noch optimieren.
Wenn man einkauft, gleich immer etwas mehr einkaufen als man denkt, dann hat man Reserve. falls man doch keinen Supermarkt findet, oder der zu hat, ansonsten hängt man nämlich am Handy und guckt wo was sein könnte.
Ich hatte zum ersten mal onroutemap verwendet, da kann man POIs entlang der Strecke vorab scouten. Vielleicht hätte ich den Abstand zur Strecke etwas erweitern sollen. Ich hatte es auf 500m gestellt, heißt Supermärkte, Unterkünfte etc dürfen bis zu 500m vom Track abweichen. Im Nachhinhein denke ich, es wäre besser gewesen da 1km oder mehr einzustellen. Supermärkte und Tankstellen liegen halt selten so dicht am Track.
Ich steh in so einem italienischen Supermarkt aber auch wie die Kuh im Wald, ich weiß garnicht was ich kaufen soll. Einmal hätte ich aus Versehen fast Fanta Zero gekauft… Für das nächste Mal brauche ich da im Vorfeld schon einen Plan an Basics, die man einfach einpackt. Gummibären, Kekse, was salziges zum snacken, 2 Flaschen Softdrinks/Eistee, 2 Bananen und fertig.

Um mehr Strecke zu machen, wäre es also notwendig 1-2 Stunden früher zu starten, vielleicht abends eine Stunde länger in die Nacht zu fahren, dazu noch eine Stunde Standzeit am Tag vermeiden und schon hätte man am Ende bei dem Event einen ganzen Tag eingespart, ohne dass man die Nacht durchfährt. Theoretisch wäre das möglich gewesen, aber naja, beim nächsten Mal dann.
Ansonsten hat der Körper gut mitgemacht. Die Sitzschmerzen hielten sich in Grenzen, der Nacken war komplett ok und ich habe auch keine anderen Gelenkschmerzen bekommen. Bei anderen Touren brennen mir manchmal die Fußsohlen nach 4-5 Stunden, auch das war überhaupt kein Problem und das, obwohl ich in den Radschuhen ja quasi auch wandern war.
Das nächste Event kann also kommen, für das nächste Jahr würde ich mir glaub ich aber etwas suchen, bei dem mehr Starter und Community unterwegs sind. Zu zweit oder zu mehr, motiviert man sich vielleicht doch mehr länger in die Nacht zu fahren. Oder ich schaffe es Simone zu überzeugen, dass wir was als Pair fahren. Eine Auge geworfen habe ich vorab schon auf das Bohemian Boarder Bash, oder Hackenpedder, eventuell passt ja eins von den beiden in den Terminplan.
Tim hat auch einen Blogbeitrag geschrieben um das Event noch einmal aus Veranstaltersicht einzuordnen.

